Unsere Reise durch Ägypten führte uns per Schiff entlang des Nils von Luxor bis Assuan, weiter mit dem Bus vorbei am riesigen Nasser-Hochdamm zu den Tempelanlagen von AbuSimbel und wieder zurück bis Luxor. Danach war eine Woche Entspannung im "Winterpalace"- Hotel angesagt. Den nördlichen Bereich bis Kairo hatten wir für eine weitere Reise aufgehoben, die wir aber bis heute nicht angetreten haben.
In Luxor (dem ehemaligen Theben), stößt man überall auf Relikte aus der Pharaonenzeit.
Der Nil war damals eine sehr bedeutungsvolle Grenze. Im Osten des Nils (wo die Sonne aufgeht) waren die Wohnungen, die Tempelanlagen usw., also das Leben. Das westliche Ufer und die anschließende Wüste (also die Seite der untergehenden -der sterbenden - Sonne) war das Totenreich. So befinden sich z.B. in Ost- Theben der Karnak- Tempel und der Luxor- Tempel, die übrigens durch eine Sphingenallee miteinander verbunden waren, während in West- Theben das Tal der Könige liegt, in dem die Gräber für die Pharaonen Thutmosis...., Ramses...., Amenophis.... und auch Tut-ench-Amun angelegt worden waren. Auch der Totentempel der Hatschepsut befindet sich im Westen des Nils. Weiterhin das Tal der Königinnen und verschiedene Privatgräber von hohen Beamten, Priestern und Adligen.
Assuan im Süden des Landes, das großteils von Nubiern bewohnt wird, hat wiederum eine ganz andere Ausstrahlung als Luxor. Nicht umsonst wird Assuan "Die Schöne am Nil" genannt. Hier ist alles etwas gemächlicher, was natürlich mit der Mentalität der Menschen zusammenhängt, aber auch mit der weitaus südlicheren Lage und damit größeren Hitze.

Der Luxor-Tempel wurde von den Pharaonen Amenophis III und Ramses II zu Ehren der Götter Amun, Mut und Chons erbaut.
Am Eingang des Tempels fehlt der rechte Obelisk. Diesen hat Napoleon "mitgehen" lassen und ihn in Paris auf dem "Place d´Etoile" aufgestellt.

Der Eingang des Luxor- Tempels

Säulengang im Luxor- Tempel
Der Karnak-Tempel wurde von mehreren Pharaonen nach und nach immer erweitert und verändert. Er war einer der wichtigsten Tempel des alten Ägypten.
Der Horus-Tempel von Edfu war, wie der Name schon sagt, dem Gott Horus geweiht und wurde von den Ptolemäen in den letzten Jahrhunderten vor Chr. erbaut.

Die Sphingenallee zum Karnak-Tempel

Der Tempel in Edfu
Die Tempelanlage von KomOmbo war insbesondere dem krokodilköpfigen Sobek und dem falkenköpfigen Haroeris geweiht. Daher wurden hier auch Krokodile gehalten. Noch heute kann man mumifizierte Krokodile in Glasschreinen sehen.
Der Tempel von KomOmbo

Reliefs in KomOmbo
Die Tempelanlage von Abu Simbel wurde von Ramses II für die Götter Amun, Re und Ptah erbaut. An Ramses´ Geburtstag und ein halbes Jahr danach, also 21.2. und 21.10. scheint die aufgehende Sonne durch das Eingangstor und beleuchtet Amun und Re je 6 Minuten lang, dann Ramses 12 Minuten, während Ptah nie beleuchtet wird.
Eingang des Großen Tempels von AbuSimbel

von l. nach r.: Ptah, Ramses II, Re, Amun
Der daneben stehende Kleine Tempel von AbuSimbel ist der Göttin Hathor und der Königsgattin Nefertari geweiht.
Beide Tempel sind nicht nur wegen ihrer Außenfassade sehenswert, sie sind auch im Inneren voll mit beeindruckenden Statuen und Fresken.

Statuen im Großen Tempel von AbuSimbel

Hathor segnet Nefertari
Auf der Westseite des Nils, gegenüber von Assuan, befindet sich das Mausoleum des Sultans Aga Khan, das von seiner Frau, der Begum, errichtet worden war. Sie selbst lebte zurückgezogen in ihrer weißen Villa am Fuße des Berges.
Das "Old Cataract"-Hotel inspirierte Agatha Christie zu ihrem Roman "Tod auf dem Nil".

Das Aga Khan-Grabmal u.die Villa der Begum

Das "Old Cataract"- Hotel in Assuan
Der Tempel von Philae liegt nahe des alten Assuan- Staudammes auf einer Insel. Auch er wurde, wie AbuSimbel, wegen des neuen Staudammes verlegt, und zwar auf eine höhere Nachbarinsel.
Bei Assuan befindet sich der Rosengranit- Steinbruch aus dem die riesigen Obelisken gehauen worden waren.

Der Tempel von Philae

Bei der Bearbeitung zerbrochener Obelisk
Links der Tempel der Hatschepsut, der Tochter des Pharaos Thutmosis I, und der Frau ihres Halbbru- ders, Thutmosis II. Der Tempel liegt in der Nähe des Tals der Könige, der Begräbnisstätte in West- Theben
Das "Winterpalace" - Hotel, ein gediegenes Hotel aus der Kolonialzeit, war nach der Rundreise unser Domizil.

Der Tempel der Hatschepsut

Das "Old Winterpalace"- Hotel in Luxor

Fünf Tage nach unserem Besuch des Hatschepsut- Tempels und noch während unseres Aufenthaltes in Luxor im "Winterpalace"- Hotel kam es zu dem schweren Massaker im Hatschepsut-Tempel, bei dem Terroristen mehr als 50 Besucher erschossen. Von da an war unsere Stimmung eher gedrückt. Hätten die Terroristen ihren Zeitplan nur wenig verändert gehabt, hätte es uns auch erwischen können. Außerdem wußte man ja nicht, ob die noch einen zweiten Anschlag planen. Und dann wäre das "Winterpalace" sicherlich ein denkbares Angriffsziel gewesen.
Fast jeder Einheimische wollte sich bei uns für dieses Massaker entschuldigen; sie wären doch die Freunde der Touristen; und wir konnten immer nur betonen, daß wir diese Tat von Terroristen nicht ihnen zu Last legen; aber sowohl sie, als auch wir wußten, daß nun eine schwere Zeit für sie anbrechen würde. Fast jeder Einwohner in Luxor lebte vom Tourismus, hatte sich vielleicht gerade eine neue Kutsche oder ein neues Geschäft gekauft und stand nun vor dem Ruin.